Exposé

zur Diplomarbeit: „ Der Halsbandsittich als potentieller Konkurrent heimischer Höhlenbrüter“

Esther Koch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Thema meiner Diplomarbeit ist die Verhaltensuntersuchung von Neozoen: Halsbandsittichen (Psittacula krameri) und ihre Interaktion mit einheimischen Vogelarten, wie Staren (Sturnus vulgaris), Meisen (Parus sp.) und Kleibern (Sitta europaea) im Raum Köln- Bonn.

 

Eine wichtige Fragestellung ist die potentielle Verdrängung der einheimischen Vogelarten aus ihren Bruthöhlen durch die Halsbandsittiche während der Brutsaison.

 

Die verschiedenen Unterarten des Halsbandsittichs, Psittacula krameri,  kommen ursprünglich in Afrika und Asien vor. Ihr Weg nach Deutschland wurde durch die Zoos, Privatleuten, Impoteuren usw. geebnet. 1967 wurden das erste Mal in Köln die Halsbandsittiche in Freiheit gesichtet. Anschließend wurde 1969 die erste Brutansiedlung dort belegt (BEZZEL 1998, ERNST 1995). Danach breitete sich der Halsbandsittich v. a. im Rheinland aus. Vorwiegend lässt sich diese Art in Parkanlagen, aber auch auf Friedhöfen finden (ERNST 1995,MICHELS 1997). Ihre Nester bauen sie in Baumhöhlen, bevorzugt auf Platanen. Im Jahr 2003 wurde der Gesamtbestand in NRW (Schwerpunkt Köln, Düsseldorf und Bonn) auf 1.500 Exemplare geschätzt (BRAUN 2004). Eine weitere Verbreitung und ein Anstieg der Populationsgrößen sind nicht auszuschließen.

 

Für mein Diplomarbeitsthema sollte zunächst der Bestand, also Populationsgröße und Verbreitung der Halsbandsittiche im Raum Köln-Bonn ermittelt werden. Der Bestand wird über die Individuenzählungen am Schlafbaum ermittelt. Die Verbreitung basiert auf die Verteilung der Brutplätze im Köln Bonner Raum. Die folgende Höhlensuche in den Verbreitungsgebieten wird durch GPS-Daten gestützt. Wichtige Parameter, wie Umfang und Höhe des Baumes, Höhenlage der Höhle, Durchmesser des Eingangs sowie Innenmaße der Bruthöhle sollen dokumentiert werden. Die Aufnahme der Innenmaße der Bruthöhlen wird nach der Brutsaison, also nach dem Ausfliegen der Jungtiere durchgeführt. Die Interaktion zwischen Halsbandsittichen und einheimischen Vogelarten wird in der nächsten Brutsaison aufgenommen.

 

Ein wichtiger Aspekt meiner Untersuchungen ist es, herauszufinden, wie groß der Einfluss des Halsbandsittich auf seine „neue“ Umwelt ist und ob er dadurch als invasive Art zu betrachten ist.

Literatur

BEZZEL, E. (1998): Neubürger der Vogelwelt Europas. In: GEBHARDT, H., KINZELBACH, R. & SCHMIDT-FISCHER (Hrsg.): Gebietsfremde Tierarten –Auswirkungen auf einheimische Arten, Lebensgemeinschaften und Biotope. Situationsanalyse. Ecomed, Landsberg: 241-260

BRAUN, M. (2004): Neozoen in urbanen Habitaten: Ökologie und Nischenexpansion des Halsbandsittichs (Psittacula krameri SCOPOLI, 1769) in Heidelberg. Philipps-Universität Marburg.

MICHELS, H. (1997): Zur Verbreitung und Bestandsentwicklung des Halsbandsittichs (Psittacula krameri) in Düsseldorf. Jber. Naturwiss. Ver. Wuppertal 50: 129-132

ERNST, U. (1995): Afro-asiatische Sittiche in einer mitteleuropäischen Großstadt: Einnischung und

Auswirkung auf die Vogelfauna. Diplomarbeit Universität Köln.

Halsbandsittich in Köln u. Bonn

ursprünglichnur in Afrika und Asien in offenen Baumsavannen seit 1960 Neozoon (eingewanderte Art) in Köln; 1969 1. Brutpaar in Köln1979 in Bonn, 1981 erster BrutversuchGeschätzte Gesamtpopulation 2003 in NRW (Schwerpunkt Köln, Düsseldorf und Bonn)  1.500 Exemplare

Kennzeichen

 

 

Länge: ca. 38-42 cmFärbung: grün bis hellgrünOberschnabel: rot, zur Spitze schwärzlich Unterschnabel: schwarz mit dunkelroter BasisLidring: orange bis rötlichMännchen: schwarzes Band zw. Nasenloch u. Auge,schwarzes Halsband vom Kinn bis Nacken schmaler in ein rosafarbenes Nackenband auslaufend, Hinterkopf:  leichte Blaufärbung Weibchen: beide Bänder fehlen; Nackenband smaragdgrün

Lebensweise

 

Gesellig in Verbänden mit unterschiedlicher Individuenanzahl

gemeinschaftliches Nisten in losen Kolonien.

Gruppen fliegen geradlinig und tief, meist ohne Lautäußerungen.

Einzeltiere fliegen hoch, Zickzackflug, geben Warnlaute von sich.

Abends:  gemeinsame Nahrungsaufnahme an Sammelplätzen

gemeinschaftliches Schlafen auf Schlafbäumen

vegetarische Ernährung: Samen, Früchte, Blüten, Nektar, Knospen, Blätter, Triebe und Rinde

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